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Fahrbericht

 Spaßiger V-Twin für kleines Geld
Suzuki

Fahrbericht Suzuki Gladius 650 Spaßiger V-Twin für kleines Geld

24.11.2009

Mit der Gladius bietet Suzuki nun wieder ein charakterstarkes Einsteigermotorrad zu einem moderaten Preis an. Damit feiert das faszinierende Konzept der einstigen SV 650 auf Basis des quirligen V2-Motors eine fröhliche Widerauferstehung.


Mit der Gladius bietet Suzuki nun wieder ein charakterstarkes Einsteigermotorrad zu einem moderaten Preis an. Damit feiert das faszinierende Konzept der einstigen SV 650 auf Basis des quirligen V2-Motors eine fröhliche Widerauferstehung. Die Gladius besticht mit ihrem gelungenen Konzept, das Anfänger nicht überfordert und dennoch auch den erfahrenen Biker zu überzeugen weiß. Zudem ist die Japanerin inzwischen gegen 300 Euro Aufpreis mit ABS erhältlich. Das zweizylindrige Vergnügen mit der Stotterbremse startet bei 6 590 Euro.
Der Antrieb der Gladius dürfte Freunden der seligen SV sehr bekannt vorkommen. Natürlich wurde der 645 ccm große Zweizylinder auch im Hinblick auf die schärferen Vorschriften weiterentwickelt. Dennoch fühlt sich der überarbeitete Twin nun im unteren und mittleren Drehzahlbereich fülliger und potenter an. Neben der maximalen Leistung von 53 kW/72 PS, die bei 8 400 U/min ansteht, erfreut vor allem die Durchzugskraft dank des maximalen Drehmoments von 64 Newtonmetern bei 6 400 Touren. So kommt keine Langeweile auf der Gladius auf. Schon knapp über der Leerlaufdrehzahl zieht der Achtventiler erfrischend deftig an der Kette, um die Nadel des Drehzahlmessers vehement in Richtung des bei 10 500 Touren beginnenden roten Bereichs zu treiben. Würde man der Suzuki ein Schildchen anhängen, das den Hubraum mit 800 Kubik angibt, so würde dies kaum jemand in Frage stellen. Kurzum: Der Motor vereint all die liebenswerten Eigenschaften eines zünftigen V2 und er hört sich auch noch so an. Das sonore Donnergrollen, das dem wild geschwungenen Auspuff entströmt, ist den Klang-Ingenieuren besonders gut gelungen.
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Der unter einer Chromabdeckung hervorlukende Auspuff harmoniert mit dem modernen Styling der Maschine, die auf einem Stahlgitterrohrrahmen aufbaut. Die Vorder- und Hinterradaufhängung hingegen sind konventionell ausgelegt: Teleskopgabel und Kastenschwinge genügen durchaus, um das fahrfertige Leergewicht von 205 Kilogramm souverän zu bewegen. Der Durchschnittsverbrauch von gut fünf Litern Superbenzin kann als moderat bezeichnet werden. In Kombination mit dem nur 14,5 Liter fassenden Tank sind somit Distanzen von rund 280 Kilometern möglich. Akzeptabel fallen auch die Haftpflichtversicherungskosten aus, die beispielsweise bei der AXA 99,06 Euro beträgt.
Der Tank mag in Sachen Volumen minimalistisch wirken, hoch gewachsene Zeitgenossen werden das hingegen schätzen, kommen doch die Knie dank der recht hoch liegenden Rasten ohnehin gern mit der Kante des Spritbehälters in Konflikt. Grundsätzlich wirkt die Gladius auch wegen ihrer Sitzhöhe von 78 Zentimetern sehr kompakt. Das bringt außerdem eine enorme Agilität mit sich: Spielerisch lässt sich die Suzuki durch die Lande dirigieren. Kleine Seitenstraßen sind ihr bevorzugtes Revier. Für die lange Urlaubsreise zu zweit gibt es allerdings bessere Begleiter. Das war aber auch bei der unvergessenen SV 650 der Fall, die stolz sein darf auf ihre Nachfolgerin. Die nämlich behielt das spritzige Konzept aus agilem Handling und bärigem Motor bei. Heiko P. Wacker/mid
Teststeno Suzuki Gladius 650:
Straßenmotorrad mit flüssigkeitsgekühlter Zweizylinder-90-Grad-V-Motor, vier Ventile pro Zylinder, 645 ccm Hubraum, Leistung 53 kW/72 PS bei 8 400 U/min, max. Drehmoment 64 Nm bei 6 400 U/min, Höchstgeschwindigkeit 200 km/h, elektronische Einspritzung, geregelter Katalysator, Verbrauch 5,1 Liter Super auf 100 Kilometer, Euro 3, sechs Gänge, Sitzhöhe 78 Zentimeter, Tankinhalt 14,5 Liter, Leergewicht 205 Kilogramm, Zuladung 215 Kilogramm, Jahresbeiträge bei der AXA-Versicherung KH: 99,06 Euro (SF 1, Zulassung Düsseldorf, 50 Mio. Euro pauschal mit Schutzbrief), TK: 101,62 Euro (150 Euro Selbstbeteiligung), VK wird nicht angeboten; Preis 6 290 Euro; Aufpreis ABS: 300 Euro.
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