
- Kymco
Fahrbericht Kymco People S 300i Preiswert, flott und sparsam
08.01.2010
Die Roller-Klasse mit 300 ccm Hubraum entwickelt sich in letzter Zeit zu einer immer reizvolleren Alternative zu den großen Rollern. Ein attraktives Gefährt in dieser Riege ist der Kymco People S 300i.
Die Roller-Klasse mit 300 ccm Hubraum entwickelt sich in letzter Zeit zu einer immer attraktiveren Alternative zu den großen Rollern. Von den Fahrleistungen können diese Scooter mit den Top-Modellen fast mithalten, vom Preis her hängen sie die Großen locker ab. Ein reizvolles Gefährt ist da der Kymco People S 300i, denn die Taiwanesen verlangen für ihren "Volks-Roller" gerade Mal 4 095 Euro. Damit ist er derzeit der günstigste Dreihunderter auf dem deutschen Markt.
An was hat der asiatische Hersteller gespart? An der Leistung auf jeden Fall nicht, denn mit 18 kW/25 PS zählt der Kymco zu den Stärksten seiner Klasse und geht vor allem gleich nach dem Losfahren ab wie ein geölter Blitz. Am Tempo wurde auch nicht gespart, denn der People S 300i ist zwar mit eher dezenten 109 km/h Höchstgeschwindigkeit homologiert, läuft aber in der Realität fast 135 km/h und kann damit sogar mit den Halbliter-Rollern mithalten. Im Alltag heißt das, dass bei Autobahnetappen durchaus die linke Spur benutzt werden kann. Dank der 16-Zoll-Räder läuft der Kymco sauber geradeaus und lässt sich auf Landstraßen nur von sehr schlechtem Fahrbahnbelag aus der Ruhe bringen.
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Gespart wurde auch nicht am Fahrkomfort. Man sitzt auf dem Gefährt aufrecht und auch als größerer Fahrer bequem auf der weichen Sitzbank, die reichhaltigen und übersichtlichen Instrumente des Cockpits befinden sich gut ablesbar genau vor der Nase und die absolut vibrationsfreien Spiegel hat der Fahrer gut im Blickfeld. Ebensowenig gespart wurde an der Verzögerung, die zwei Scheibenbremsen vorn und eine am Hinterrad ohne großen Aufwand und souverän erledigen.
Bescheiden ist der Kymco beim Verbrauch. Obwohl über zwei Drittel der rund 1 200 Testkilometer auf der Autobahn absolviert wurden, lag der Verbrauch am Ende im Schnitt nur bei 3,6 Litern Benzin auf 100 Kilometern. Ärgerlich war nur, dass der Zeiger der Tankuhr alles Mögliche anzeigte, nur nicht den korrekten Füllstand im Benzinbehälter. Auch die Versicherungskosten für die Haftpflicht fällt moderat aus. Jährlich werden beispielsweise bei der AXA dafür 46,83 Euro fällig.
Großzügig sind die Taiwanesen bei der Ausstattung: Im Gepäckfach befindet sich eine 12-Volt-Buchse fürs Handy, deren Benutzung per Warnleuchte im Cockpit angezeigt wird. Dort wird ebenso optisch gewarnt, wenn das Schloss der Sitzbank nicht korrekt eingerastet ist. Außerdem ist ein Gepäckträger serienmäßig und das multifunktionale Zündschloss entriegelt zusätzlich Sitzbank und Tankdeckel.
Gespart wurde beim Kymco People S 300i allerdings am Staufach unter der Sitzbank, denn da passt nicht einmal ein normaler Intergralhelm hinein. Und etwas sparsam bemessen ist auch der Platz für die Stiefel des Fahrers: Im Trittbrett ist mittels entsprechender Vertiefungen im Plastik die Position für das Schuhwerk genau definiert, was eine immer gleich Sitzposition verlangt und auf Dauer unbequem wird. Doch beim Gedanken ans Preis-Leistungs-Verhältnis dürfte derlei Unbill schnell vergessen sein. Denn letztlich zählt das üppige Fahrvergnügen und der günstige Preis mehr als die Bequemlichkeit. Mit diesen Reizen geizt der kleine Große überhaupt nicht. Werner Wagner/mid
Teststeno Kymco People S 300i:
Roller mit flüssigkeitsgekühlten Einzylinder-Viertaktmotor, 270 ccm Hubraum, 18 kW/25 PS Leistung bei 7 500 U/min, maximales Drehmoment 25 Nm bei 6 500 U/min, zwei Ventile, geregelter Katalysator, elektronische Einspritzung, Fliehkraft-Trockenkupplung, stufenlose Variomatik, Höchstgeschwindigkeit 109 km/h, Leergewicht 172 Kilogramm, zulässiges Gesamtgewicht 332 Kilogramm, Zuladung 160 Kilogramm, Sitzhöhe 80 Zentimeter, Tankinhalt 9,0 Liter, Verbrauch 3,6 Liter Super auf 100 Kilometer, Jahresbeiträge bei der AXA-Versicherung KH: 46,83 Euro (SF 1, Zulassung Düsseldorf, 50 Mio. Euro pauschal mit Schutzbrief), TK: 30,27 Euro (150 Euro Selbstbeteiligung); Preis: 4 095 Euro.